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Im März 2009 besuchte streetfootballworld Mitarbeiter Mike Geddes das streetfootballworld Netzwerkmitglied Kick4Life in Lesotho und nahm an ihrem „Test your Team“-Event teil. Bei Interviews und Aktivitäten traf er auf ein Team von jungen Trainerinnen und Trainern, die ihre eigenen Erfahrungen nutzen, um anderen zu helfen und das Stigma von HIV/AIDS zu bekämpfen. Hier ist ihre Geschichte: Lerato greift zum Mikrophon und läuft unter tosendem Applaus über das Gras in Richtung der Gruppe von Hunderten von Kindern, die am Rande des abgenutzten Felds in Maseru, der Hauptstadt Lesothos, sitzen. Nur gelegentlich schaut sie auf ihre Notizen, als sie sich mit ein paar kurzen Worten vorstellt: Wie sie heißt, wo sie herkommt und wie es ist, HIV-positiv zu sein. Sieben der Kinder, die Lerato an diesem warmen, sonnigen Morgen wie gebannt zuhören, werden am Ende des Tages herausgefunden haben, dass sie selbst mit dem HI-Virus infiziert sind. Sie werden aber auch gelernt haben, dass dies nicht das Ende ihres Lebens bedeutet, wo sie Hilfe und Rat bekommen und vor allem, wie sie es vermeiden, andere zu infizieren. Lerato fand ihren Status vor drei Jahren heraus. Für viele junge Menschen in Lesotho wäre diese Nachricht ein Grund gewesen, aufzugeben oder die Tatsache vollständig zu leugnen und zu verdrängen. Lerato wählte einen anderen Weg: Als Mitarbeiterin des streetfootballworld Netzwerkmitglieds Kick4Life fährt sie zu Schulen und Gemeinden und erklärt den Kindern vor Ort, warum es so wichtig ist, den eigenen Status zu kennen. Lerato ist siebzehn Jahre alt. „Es ist am Besten, wenn die Menschen solche Dinge von jemandem hören, der selbst betroffen ist,” sagt sie. „Manchmal können ihnen Menschen etwas erzählen, weil ihnen gesagt wurde, was sie sagen sollen, aber ich erkläre ihnen, dass die Dinge so sind, wie sie sind, weil ich das Ganze selbst erlebe.“ Lesotho, ein kleines, bergiges Königreich inmitten von Südafrika, hat eine der höchsten HIV/AIDS-Infektionsraten der Welt: Etwa 23% der Bevölkerung sind HIV-positiv. Für viele Menschen hier und in ganz Afrika ist allein der Gedanke daran, man könnte herausfinden, HIV-positiv zu sein, gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Viele wählen daher die einfache Alternative, ihren Status nicht zu wissen, und gehen damit das Risiko ein, andere zu infizieren. Das Stigma rund um den HIV-Test und die Weigerung der Menschen, sich ihrem eigenen Status zu stellen, stellt eine ebensogroße Gefahr für die Zukunft dieses Landes dar, wie die Krankheit selbst. Lerato hatte Mut. “Ich hatte schon etwas Angst, als ich zu meinem Test ging,” erzählt sie. “Aber dann habe ich gemerkt, dass dies die Wirklichkeit ist und ich entschloss mich nicht zuzulassen, dass es mich verändern würde. Im Grunde habe ich entschieden, es als einen Vorteil zu nutzen.“ „Mit Kick4Life kann ich jetzt so viele Dinge tun. Ich treffe Jugendgruppen, spreche zu Menschen in Schulen und treffe sehr wichtige Leute.“ Kick4Lifes Vodacom “Test your Team” Events bringen Hunderte von Kindern aus den lokalen Schulen zusammen, um an einem Fußballturnier teilzunehmen. Neben dem Spielfeld sind Zelte aufgebaut, in denen HIV-Tests und Beratung angeboten werden und während des gesamten Tages werden die Mannschaften und die Zuschauer ermutigt, sich testen zu lassen. Ausgebildete Berater stehen den Kindern vor und nach dem simplen 5-Minuten-Test zur Seite. „Das Besondere an diesen Veranstaltungen ist, dass Beratung und Testen zusammen mit dem Fußball integrativer Bestandteil des Ablaufs ist,” erklärt Paola Peacock-Friedrich, Football for Hope Programme Development Managerin, die das Konzept entwickelte, als sie in Lesotho für die HIV/AIDS-Initiative der Clinton Foundation arbeitete. „Wenn jemand herausfindet, dass er oder sie HIV-positiv ist, wissen sie, dass es eine Lösung gibt, da es hier AIDS-Kinderkliniken vor Ort gibt. Anti-retrovirale Medikamente sind in Lesotho umsonst erhältlich und es ist extrem wichtig, dass jeder, der herausfindet, dass er positiv ist, weiß, was als nächstes zu tun ist.“ Zwischen den Fußballspielen führen Kick4life Trainerinnen und Trainer die Kinder durch eine Reihe von Aktivitäten und Spielen, die entwickelt wurden, um die Kinder über HIV und AIDS aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sich die Krankheit überträgt und wie man dies verhindern kann. „Außerhalb solcher Veranstaltungen sind HIV-Tests weiterhin ein Tabuthema. Der Gruppenzwang verhindert, dass sich die Menschen testen lassen,” erläutert Pete Fleming, der Kick4Life 2005 gegründet hat. „Ein 14-jähriger Junge würde nur in Ausnahmefällen in eine Klinik gehen, um sich testen zu lassen. Mit Veranstaltungen wie dieser möchten wir eine andere Atmosphäre schaffen, einen positiven Gruppenzwang, bei dem sich die jungen Menschen gegenseitig ermutigen, sich testen zu lassen. 85% der Kinder, die sich heute hier testen lassen, unterziehen sich dem Test zum allerersten Mal. Wir möchten sie dazu bringen, dass das Testen zu einer regelmäßigen Selbstverständlichkeit wird und sie ihren Status kennen.“ Bisher haben sich über 6000 Menschen wie Lerato bei den Events testen lassen. Wer positiv getestet wurde, wird sofort für Beratung und Behandlung an eine lokale Klinik verwiesen. Das streetfootballworld Netzwerkmitglied Kick4Life nutzt Fußball, um junge Menschen im afrikanischen Königreich Lesotho über HIV und AIDS aufzuklären und ihnen zu zeigen, warum es so wichtig ist, den eigenen Status zu kennen. Übersetzt von Julia Schilling |
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